Elektrochemotherapie – eine weitere Alternative der Tumorbehandlung in der AniCura Tierklinik Neandertal

Die meisten Krebserkrankungen bei Haustieren werden mit Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder einer Kombination dieser Optionen behandelt. Bei der Entscheidung über einen Behandlungsplan sind eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen, darunter die Lage des Tumors, die Eigenschaften des Tumors, die Eigenschaften des Patienten, ob der Tumor vollständig operativ entfernt werden kann oder nicht, und die Wahrscheinlichkeit, dass er sich im Körper weiter ausbreitet.

In einigen Fällen ist eine vollständige Entfernung eines Tumors aufgrund der Lage oder eines aggressiven und invasiven Wachstumsmusters nicht möglich. Unvollständig entfernte Tumore können nachwachsen und nach einer Operation wird häufig eine Strahlentherapie empfohlen, um dies zu verzögern oder zu verhindern. Obwohl die Strahlentherapie hocheffizient ist, kann sie für einige Besitzer unerschwinglich sein, sie erfordert mehrere Narkosen für den Patienten, wobei einige Protokolle 4-5 Wochen dauern. Die Strahlentherapie ist möglicherweise nicht in allen geografischen Regionen verfügbar, was dazu führt, dass die Besitzer erhebliche Entfernungen zurücklegen müssen, was ebenfalls unerschwinglich sein kann.

Eine alternative Behandlung für solche Fälle ist die Elektrochemotherapie. Die potenziellen Vorteile dieser Behandlungsform sind bemerkenswert, insbesondere in Fällen, in denen eine Strahlentherapie oder ein chirurgischer Eingriff keine Option sind.

Was ist Elektrochemotherapie?

Die Elektrochemotherapie ist eine Art der Behandlung, die die Zufuhr klassischer Chemotherapeutika in das Innere einer Krebszelle durch die lokale Anwendung von kurzen und intensiven elektrischen Impulsen verbessert. Diese Impulse machen die Krebszellmembran vorübergehend durchlässig für die Chemotherapie und erhöhen die Absorption des Arzneimittels um das bis zu Tausendfache, als es bei einer routinemäßigen intravenösen (IV) Verabreichung zu erwarten wäre.

Welche Tumorarten können mit Elektrochemotherapie behandelt werden?

In der Veterinärmedizin wird die Elektrochemotherapie am häufigsten bei Tumoren eingesetzt, die sich in der Haut oder direkt unter der Haut (subkutan) befinden. Dies beinhaltet (ist aber nicht beschränkt auf) Folgendes:

• malignes Melanom

• Plattenepithelkarzinom, z.B. UV induziertes PEK der Katze

• Weichteilsarkome

• Felines Sarkom an der Injektionsstelle

• Lokalisiertes kutanes Lymphom bei Hunden oder Katzen

• Plasmazytäre Tumoren

• Mastzelltumoren von niedrigem bis mittlerem Grad

• Perianale und rektale Tumoren


Welche Chemotherapeutika werden während der Elektrochemotherapie verwendet?

Die am häufigsten verwendeten Medikamente sind Bleomycin und Cisplatin.

Wie genau wird die Elektrochemotherapie verabreicht?

Die einzelnen Protokolle variieren, aber im Allgemeinen werden die Patienten anästhesiert oder sediert, sodass sie während der Behandlung keine Beschwerden verspüren. Die zu verabreichende Dosis der Chemotherapie wird basierend auf der Tumor- oder Operationsnarbengröße (wenn die Chemotherapie direkt in die Tumorstelle injiziert werden soll) oder dem Körpergewicht des Patienten (wenn die Chemotherapie intravenös verabreicht werden soll) berechnet. In einigen Fällen kann das Medikament teilweise intravenös und teilweise in den Tumor verabreicht werden. Jede Behandlung dauert etwa 20 Minuten, ein Klinikaufenthalt ist nicht erforderlich. Die Behandlungen können wöchentlich wiederholt werden – im Durchschnitt sind drei Sitzungen für eine 5 cm große Läsion erforderlich, abhängig von der ursprünglichen Tumorgröße und dem Ansprechen.

Welche Nebenwirkungen hat die Elektrochemotherapie?

Tiere können eine lokale Hautreaktion entwickeln, einschließlich Rötung, Ödem (Schwellung) und Nekrose (Absterben) von Gewebe. Es werden Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Bereich heilt. Gesundes Narbengewebe ersetzt nach und nach das geschädigte Gewebe. Dies kann mehrere Wochen dauern.

Wie wirksam ist die Elektrochemotherapie?

Während die Wirksamkeit von vielen Faktoren abhängt, einschließlich der Art und Größe des Tumors, kann die Elektrochemotherapie im Allgemeinen eine ausgezeichnete langfristige lokale Kontrolle für viele Krebsarten bei Haustieren bieten. Ein Vorteil der Elektrochemotherapie gegenüber anderen Optionen ist die Möglichkeit wiederholter Behandlungen im Falle eines Lokalrezidivs. Die spezifische Prognose und das erwartete Ergebnis Ihres Haustieres werden während der Erstberatung besprochen.

Zusammenfassung

Die Elektrochemotherapie ist ein sicherer und wirksamer Ansatz zur Behandlung von Tumoren bei Haustieren. Seine niedrigen Kosten und seine einfache Verabreichung machen es zu einer wertvollen Ergänzung der derzeit verfügbaren onkologischen Therapien. Wenn Sie oder Ihr Tierarzt der Meinung sind, dass Ihr Haustier von einer Behandlung mit Elektrochemotherapie profitieren könnte, kontaktieren Sie bitte unseren Service für weitere Informationen.